In Kooperation mit der Nutzung des Nordwestbahnhofs durch die interdisziplinäre Gruppe Tracing Spaces entsteht eine temporäre Schutzzone für das Überleben bahnhofsbrachentypischer Tier- und Pflanzenarten während der Baustellenphase des Areals. Die vorgelagerten Beete – gerettet von der Klimabiennale 2024 und der Bahnhofsbrache – fungieren als Zuchtstation: Hier werden Samen gesammelt, vermehrt und für die Wiederansiedlung im zukünftigen Stadtentwicklungsgebiet vorbereitet. Gleichzeitig bieten die Pflanztröge, gespeist auch aus Beständen des Nordwestbahnhofs, einen wichtigen Rückzugsraum für Insekten und Kleintiere – insbesondere dann, wenn bestehende Habitate verschwinden. Als mobile Trittsteinbiotope gedacht, strukturieren sie das karge Baufeld als Netzwerk temporärer Rettungsinseln und schaffen ökologische Kontinuität im Zustand des Übergangs.
Von April bis September 2026 wird ein Teil des stillgelegten Nordwestbahnhofs zum experimentellen Spielfeld: In Workshops entsteht ein urbaner Cross-Golf-Parcours, der Spiel, Vermittlung und Raumforschung verbindet. Zwischen Abschlagpunkten und Zielzonen entfaltet sich ein Lehrpfad, der in Kursen, Turnieren und mobilen Formaten gemeinsam mit Expert*innen und Nachbar*innen die ökologischen und baukulturellen Potenziale des Ortes sichtbar macht. Ein visuelles Leitsystem führt von der Museums-Tankstelle über die Werft im Pocket Park Nordwest zu Relikten der Bahnhofsgeschichte, zu Modellen zirkulärer Bauweisen, zu Wasserlandschaften aus gesammeltem Regenwasser und zu Aussichtspunkten auf neu entstehende Kleinbiotope. Die Interventionen sind zugleich Spielstationen, Lernorte und Räume der Kontemplation.
Das Projekt ist ein Beitrag zu Tracing Spaces. (W)hole in One wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Creatives for Vienna – Making Spaces“ der Wirtschaftsagentur Wien ausgewählt und ist ein Beitrag zur Klima Biennale Wien 2026, initiiert vom KunstHausWien.